Dienstag, 15. April 2014

Die Wärme vergangener Tage

Manchmal sagen Bilder wirklich mehr als Worte. Dann wenn sie Stimmungen transportieren. Der erste Schwung stammt von einem Abend vor über drei Wochen, die letzte Aufnahme habt Ihr bereits als Foto der Woche gesehen. Tatort: Die Mountainbike Arena auf der Halde Deusenberg in Dortmund. Zwei Biker, wir mit unseren Kameras und der Sonnenuntergang. So etwas kann mich sehr glücklich machen. Auch jetzt noch. Die Sonne wärmt. Trotz der Zeit, die vergangen ist...

Sonnenuntergang auf der Halde Deusenberg in Dortmund mit Mountainbikern - "Fee ist mein Name"
Sonnenuntergang auf der Halde Deusenberg in Dortmund mit Mountainbikern - "Fee ist mein Name"Sonnenuntergang auf der Halde Deusenberg in Dortmund mit Mountainbikern - "Fee ist mein Name"
Sonnenuntergang auf der Halde Deusenberg in Dortmund mit Mountainbikern - "Fee ist mein Name"
Sonnenuntergang auf der Halde Deusenberg in Dortmund mit Mountainbikern - "Fee ist mein Name"Sonnenuntergang auf der Halde Deusenberg in Dortmund mit Mountainbikern - "Fee ist mein Name"

Aber auch Bilder, auf denen die Sonne in den letzten Zügen liegt oder bereits ganz verschwunden ist, können wärmen. Weil manchmal schon die Erinnerung an einen schönen Moment ausreicht, um ein wohliges Kribbeln zu erzeugen, das von den Zehenspitzen bis in die Ohrläppchen reicht. So geht es mir mit diesen Fotos von einem Abendspaziergang am Phoenixsee. Der Freund und ich, Hand in Hand, gerade zurück aus Rom, die letzten warmen Stunden genießend. Seeidylle trotz Bausünden und -kränen. Ich mag unseren Stadtsee. Vor allem im Abendlicht. Wer würde es mir verdenken?

Abendspaziergang am Phoenixsee - "Fee ist mein Name"
Abendspaziergang am Phoenixsee - "Fee ist mein Name"
Abendspaziergang am Phoenixsee - "Fee ist mein Name"
Abendspaziergang am Phoenixsee - "Fee ist mein Name"
Abendspaziergang am Phoenixsee - "Fee ist mein Name"
Abendspaziergang am Phoenixsee - "Fee ist mein Name"

Sonntag, 13. April 2014

Auf dem Weg in die Antike

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich jetzt mit dem nächsten Rom-Post um die Ecke gekommen bin, was hauptsächlich daran liegt, dass ich keine Ahnung hatte, nach welchem System ich Euch Bilder und Erlebnisse präsentieren soll. Ich habe mich schließlich für die denkbar banalste Variante entschieden: chronologisch. Manchmal kann es so einfach sein...

Insgesamt waren wir drei ganze Tage in Rom, die wir folgendermaßen aufgeteilt haben: Erster Tag = Antikes Rom, zweiter Tag = Vatikan, dritter Tag = Altstadt. Bis wir allerdings am ersten Tag bei Collosseum und Co. angekommen waren (ihr erinnert Euch vielleicht: Wir laufen gerne so viel wie möglich im Urlaub und sind daher auch zu Fuß vom Hotel in Richtung Antike unterwegs), war schon ein ganzer Haufen Eindrücke auf meiner Speicherkarte aufgelaufen, die ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten möchte. Wir starten mit unserem kleinen Rundgang an der Ponte Sublicio am Fuße des südlichsten von Roms sieben Hügeln, dem Aventin, den wir auch als erstes erklimmen werden. Da kommt das Blut zum Tagesstart wenigstens gut in Wallung :)! Also: tief Luft geholt und los gehts...

Ein Spaziergang vom Aventin bis zum Circus Maximus - "Fee ist mein Name"
Ein Spaziergang vom Aventin bis zum Circus Maximus - "Fee ist mein Name"

Schon von der Brücke aus können wir die Rückseite von Santa Maria del Priorato, der Prioratskirche des Souveränen Malteserorden, sehen, die oben auf dem Hügel trohnt. Um dort hinzukommen müssen wir jedoch erst ein gutes Stück entlang des Tiber an der Lungotevere Aventino (was im Prinzip aber auch nichts anderes heißt als "Straße entlang des Tiber am Aventin") laufen, bis wir zur Straße Clivo di Rocca Savella gelangen, die uns auf buckeligem Kopfsteinpflaster und recht steil hinauf auf den Aventin führt. Auf dem Weg haben wir schon zum ersten Mal eine tolle Aussicht auf Rom. Im Hintergrund in weiß mit den zwei Quadrigen auf dem Dach und dem grünen Aufzug dazwischen (nicht wie ich zuerst dachte ein Baugerüst) seht Ihr das Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II. ("Il Vittoriano"), von den Römern auch mehr oder weniger liebevoll Schreibmaschine, Hochzeitstorte, Gebiss oder Eisberg genannt. Während sich der Sinn der ersten Namen eher von der anderen Seite aus betrachtet erschließt, wird die Herkunft der letzten Bezeichnung auch aus diesem Blickwinkel deutlich: Zwischen der sonst dominat gelb-ockerfarbenen Bebauung Roms sticht das strahlende Monument fast wie ein Fremdkörper heraus...

Schlüsselloch bei Santa Maria del Priorato - "Fee ist mein Name"
Schlüsselloch bei Santa Maria del Priorato - "Fee ist mein Name"Aussicht auf Rom - "Fee ist mein Name"

Auf der Via di Santa Sabina legen wir den Rest des Weges bis zur Santa Maria del Priorato zurück, die an sich eigentlich gar nicht zugänglich ist, aber deren Hauptportal ein Schlüsselloch birgt, durch das man durch einen Laubengang genau auf den Petersdom schaut. Und weil das offensichtlich nicht nur in unserem Reiseführer steht, reihen wir uns in eine kleine Schlange ein, um auch einen kurzen Blick zu erhaschen. Ich denke mal im Sommer wird aus der kleinen Schlange sogar eine etwas größere. Das Foto konnte ich übrigens nur mit weit ausgefahrenem Zoom meines Teleobjektivs aufnehmen. Unsere Freunde mit ihrer Kompaktknipse haben lediglich das Innere des Schlüssellochs aufgenommen :)! Rechts neben der Kirche, auf dem Weg zurück die Via di Santa Sabina hinunter, befindet sich übrigens ein kleiner begrünter Kirchhof, an dessen Ende man diese grandiose Aussicht auf Rom genießt. Allerdings waren uns einige Gestalten, die dort (man muss es so sagen) herumlungerten, nicht wirklich geheuer, so dass wir schnell weitergingen. Wenige Meter weiter hat man aber auch erneut die Gelegenheit zu einem fast identischen Blick auf Rom...

Santa Sabina in Rom - "Fee ist mein Name"
Santa Sabina in Rom - "Fee ist mein Name"Santa Sabina in Rom - "Fee ist mein Name"

Direkt im Anschluss befindet sich die Santa Sabina, nach der die Straße auch benannt ist, eine der ältesten Kirchen in Rom. Sie hat ein fast hallenartige Architektur mit einer flachen Decke, die über einer Reihe von Rundbogenfenstern abschließt, die erstaunlich viel Licht ins Innere lassen.

Santa Sabina in Rom - "Fee ist mein Name"
Fontana del Mascherone in Rom - "Fee ist mein Name"

Auf dem Vorplatz befindet sich die Fontana del Mascherone, ein "Maskenbrunnen", der das Wasser in eine stetig überfließende antike Thermenwanne spuckt. Das Gesicht ist ganz offensichtlich vom "Bocca della Verità" beeinflusst, dem "Mund der Wahrheit", ein Relief, das sich ein paar hundert Meter weiter die Straße runter in Richtung Tiber in der Säulenvorhalle der Kirche Santa Maria in Cosmedin befindet. Wenn man die Hand in den Mund legt und dabei nicht die Wahrheit sagt, ist die Hand danach futsch. Sagt zumindest eine mittelalterliche Legende. Wir haben es nicht ausprobiert. Wir waren noch nicht mal da. Jaja, durch fremde Schlüssellöcher gucken, aber keinen Schneid haben, sich der eigenen Wahrheit zu stellen. So sind wir... :)!

Parco Savello/ Giardino degli Aranci in Rom - "Fee ist mein Name"
Aussicht auf Rom - "Fee ist mein Name"

Direkt neben dem Brunnen befindet sich der Eingang zum Parco Savello/ Giardino degli Aranci, in dem, wie der Name schon sagt, unzählige Orangenbäume stehen. Auf meinem Foto sieht man nur wenige im Vordergrund, aber sie sind da. Versprochen. Und wenn man den großen, breiten, von Pinien gesäumten Weg bis zum Ende durchläuft, kommt man zu einer Aussichtsplattform, die einem den Blick über Rom ohne zwielichtige Gesellschaft ermöglicht. Der Freund ist nämlich trotz seiner dunklen Sonnenbrille und dem Gangsterlächeln ein ganz harmloser Typ :)!

Ein Spaziergang vom Aventin bis zum Circus Maximus - "Fee ist mein Name"
Ein Spaziergang vom Aventin bis zum Circus Maximus - "Fee ist mein Name"
Ein Spaziergang vom Aventin bis zum Circus Maximus - "Fee ist mein Name"

Schließlich laufen wir durch die Via di Valle Murcia und den beideitig liegenden Rosengarten hinunter vom Aventin zum Circus Maximus, der entgegen all meiner phantasiereichen Vorstellungen heute nichts weiter mehr ist als eine große Rasenfläche mit Senke in der Mitte, die dringend mal die Hand eines englischen Gärtners spüren sollte. Bis auf ein paar Jogger und Spaziergänger mit Hund, verirrt sich daher an diesem Tag auch keine Menschenseele hierher. Und erst recht keine echte Quadriga. Wir nutzen die Kulisse schnell für ein römisches Sprungfoto und machen uns auf den Weg, die letzten Meter in die Antike zurückzulegen. Und davon lest Ihr dann beim nächsten Mal...

Freitag, 11. April 2014

"Glück ist..." mit Johanna von "Pinkepank"

Johanna und ihre schönen Bilder sind mir zuerst auf Instagram aufgefallen, als sie letztes Jahr bei meiner Instagram-ABC-Challenge mitgemacht hat. Ich weiß noch, dass gleich mehrere ihrer Bilder in meiner engeren Auswahl für das "Best of" waren und ich mich echt schwer getan habe, die anderen rauszukicken. Über ihr Profil bin ich dann schließlich auch auf ihren Blog gestoßen und geblieben. Irgendwie macht es mir immer gute Laune, wenn ich bei Johanna vorbeischaue und das hat sicher zu einem großen Teil auch mit ihrer sympathischen Person zu tun. Und die ist sie nicht nur im Netz. Als ich sie letzten November bei der Blogst-Konferenz persönlich kennengelernt habe, habe ich sie jedenfalls direkt in mein Buch der coolen Leute aufgenommen. In diesem Sinne: Herzlich willkommen, liebe Johanna, ich freue mich sehr, dass du heute hier bist...


Glück hat unendlich viele Facetten. Es kommt und geht, man kann es suchen und finden, es liegt auf der Straße, auf dem Rücken der Pferde oder im Augenblick, man kann danach streben, es schmieden, man kann es wünschen und schenken. Und auf jeden Fall ist das Empfinden von Glück in jeder Hinsicht eine komplexe Angelegenheit - Endorphine, Oxytocin, Dopamin und Serotonin spielen eine Rolle, genau wie die Gene, die äußeren Umstände, die individuelle Einstellung und ja, vielleicht auch der positive Zufall.

Nachdem Fee mich Anfang des Jahres gefragt hatte, ob ich Teil ihrer „Glück ist…“ Serie sein möchte, habe ich versucht, das Glück für mich ein bisschen greifbarer zu machen und meine Gedanken dazu zu ordnen, und zwar in Form einer Mindmap. Hab ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht, aber irgendwie erschien es mir sinnvoll.


Und obwohl ich viele, viele Schlagworte, Phrasen und Sprichworte in meiner Mindmap zusammengetragen hatte, war schnell klar, dass es unheimlich schwierig bis unmöglich ist, zu beschreiben, was Glück eigentlich ist. Weil es nicht wirklich greifbar ist und für jeden etwas anderes bedeutet.

Andererseits ist mir aufgefallen, dass es ziemlich einfach ist, Glück zu empfinden, wenn bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt sind und man mit wachen Augen und offenem Herzen durch den Tag und durchs Leben geht. Ich habe das geübt, seit mir diese Frage nach dem Glück im Kopf rumschwirrt.


Man muss sich ein bisschen zwingen, sich auf die Glücksmomente des Alltags zu konzentrieren, um sie wahrzunehmen. Aber wenn man das ein paar Tage lang macht, fällt es immer leichter, man bemerkt immer mehr glückliche Momente und auf einmal sitzt man da und merkt, dass man viel glücklicher ist als noch in der Woche davor und in der davor. So ging es mir zumindest. Und wenn dieses „üben, glücklich zu sein“ bei mir funktioniert, dann funktioniert es bestimmt auch bei anderen. Ich bin nämlich, wenn ich ehrlich bin, ganz groß darin, mich auf die negativen Dinge zu konzentrieren, auf alles, was nicht klappt und was ich nicht habe. Ganz schnell wird das zu einer übergroßen, dunklen Wolke, die über mir schwebt und mich unglücklich und unzufrieden werden lässt.


Aber! Das bewusste Wahrnehmen dieser kleinen, besonderen Momente klappt wirklich und sobald man einmal drin ist, wird man mitgerissen vom Strudel des Alltagsglücks.


Bei mir waren das in den Wochen, in denen ich über das Glück sinniert und recherchiert habe zum Beispiel: Die kalte, frische Luft beim (sehr frühen) Spaziergang am Morgen, der Duft von frischen Brötchen, der durch die offene Tür des Lädchens um die Ecke in meine Nase steigt, die fremden Menschen, die lächeln und gesprächig werden, wenn meine Tochter Kontakt mit ihnen aufnimmt, die warme Sonne auf der Haut, der erste Schluck Kaffee am Morgen, ein Foto, das genau so wird, wie ich es mir vorgestellt habe, ein frischer Minztee in der Sonne, meine Lieblingsmusik, ein spontanes Pläuschchen mit der Nachbarin, die man auf der Straße trifft, unerwartete Post, ein Essen, das besonders lecker schmeckt, ein Cent auf der Straße, dass man doch noch pünktlich ist, Hand in Hand mit dem Liebsten, Glück im Portemonnaie, Mittagsschlaf zusammen mit dem Baby, aus dem welkenden Valentinsstrauß gerettete Blümchen, Waffeln zum Abendrot und zum Frühstück und natürlich immer und immer wieder meine Tochter Lotta.


Vielen, vielen Dank, liebe Fee, dass ich bei dir zu Gast sein darf und dafür, dass du mich "gezwungen" hast, mich mal intensiv mit dem Thema Glück auseinanderzusetzen und mich damit zu einem glücklicheren Menschen gemacht hast.