Montag, 29. September 2014

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um // Ein kleiner Blick hinter die Fotokulissen

Schon wieder sind drei Monate um und damit liegt auch das dritte Quartal von Julis und meinem Fotoprojekt "Foto der Woche" hinter uns. Schon im letzten Rückblick hatte ich den steigenden Schwierigkeitsgrad angemerkt und das war auch dieses Mal nicht anders, trotz der Tatsache dass ich eigentlich mehr Zeit hatte als im zweiten Quartal. Fakt ist: Einerseits lässt die Motivation vielleicht irgendwann nach, das ist ganz natürlich, andererseits möchte man sich natürlich auch nicht ständig wiederholen und sucht motivtechnisch nach Abwechslung, möchte vielleicht auch mal etwas machen, was man so noch nie gemacht hat. Das allerdings scheitert dann doch oft an zeitlichen oder witterungsbedingten Gegebenheiten und am Ende der Woche steht man dann wieder mit einem "Klassiker" (ich sage nur Sonnenuntergang) oder gar keinem Bild, das man für würdig erachtet, da.

So habe ich in diesem Quartal tatsächlich häufiger mal zu Fotos gegriffen, die ich an sich für nicht so besonders halte, mit denen ich aber zumindest einen besonderen Moment oder eine besondere Erinnerung verbinde. Und das wiederum ist ja eigentlich auch ganz schön. Auch dieses Mal möchte ich Euch daher ein bisschen was zu den Geschichten hinter den Bildern erzählen, denn oft genug sind es Aufnahmen, die in keinem anderen Kontext hier auftauchen und selbst wenn doch, ist vielleicht noch nicht alles dazu gesagt ;)! So oder so, ich hoffe, dieser kleine Einblick gefällt Euch und vielleicht mögt Ihr mir im Anschluss noch verraten, welches Euer Lieblingsbild ist und warum? Schließlich sind die eigenen Maßstäbe und die von anderen nicht immer deckungsgleich...

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Dachwurzblüten - "Fee ist mein Name"

1) Entzückendste Dachwurzblüten auf Balkonien am 1. Juli

Na gut, die Geschichte hinter diesem Foto ist wenig ergreifend. Ich wollte die Blüten meines Balkon-Dachwurz einfach nur dokumentieren. Weil sie so schön sind. Und mein Dachwurz dieses Jahr zum ersten Mal geblüht hat. Und diese Exemplare hier waren auch noch extra groß und üppig. Dafür, dass ich bis vor ein paar Jahren noch dachte, ich hätte den vielbeschworenen schwarzen Daumen, ist es weit mit mir gekommen. Nicht nur, dass ich mich jetzt "traue" einen "Wie pflege ich meine sukkulenten Balkonpflanzen"-Post rauszuhauen, ich habe sogar ein Buch über Pflanzen geschrieben. Naja, nicht direkt "über" Pflanzen, aber "mit" Pflanzen. Das übrigens in zweieinhalb Wochen erscheint. Und langsam werde ich doch etwas nervös.

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Liesgen in Krefeld - "Fee ist mein Name"

2) Blogger-KaffeeEisteetrinken im Krefelder "Liesgen" am 5. Juli

Über diesen Nachmittag habe ich schon mal berichtet. Und zwar hier. Sechs Blogger, ein paar tolle Stunden in Krefeld und alles, was ich mitgebracht habe, ist eine Handvoll Interieur-Fotos des Liesgen, wo das Treffen stattfand. Dass eins der Bilder schließlich die Ehre hatte, das Foto der Woche zu werden, kam so: Mittwoch und Donnerstag war ich noch voll darin eingespannt, Neuntklässlern im Rahmen einer Projektwoche Bloggen beizubringen. Am Freitag dann erst mal: Chillen auf dem Balkon inklusive Nichtstun und Beine hochlegen. Samstag: Besagter Ausflug nach Krefeld, wo die Kamera zwar mitdurfte, mir aber erst unsanft auf den Boden fiel und dann schockbedingt nicht mehr besonders ausgiebig zum Einsatz kam. Sonntag: Flohmarkt im Westfalenpark, wo ich sie gleich zu Hause ließ und ohnehin nur, von der Hitze geplagt, einmal im Schweinsgalopp durch die Stände hetzte. Abends dann: Erste Erkältungsanzeichen. Und Montag und Dienstag: "Ich glaube ich sollte mich besser schonen" dank Hals-, Ohren- und Gliederschmerzen. Na, toll. Da blieb also einfach nicht viel übrig außer dem Bloggerdate. Ein Foto völlig ungestellt und "straight out of Alltag". Aber sowas muss auch mal sein. Schließlich erinnert es mich an ein paar schöne Stunden mit lieben Menschen. Und das ist doch die Hauptsache.

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Tiger im Dortmunder Zoo - "Fee ist mein Name"

3) Auge in Auge mit dem Tiger im Dortmunder Zoo am 12. Juli

Dass ich gerne in den Zoo gehe, ist kein Geheimnis mehr. Aber dass ich heimlich von einer Karriere als Zootierporträtfotografin träume, das dürfte den wenigsten von Euch vor diesem Post hier bekannt gewesen sein. Ok, ist ja auch eigentlich Quatsch. Obwohl, wenn mich jemand dafür bezahlen würde, dass ich den lieben langen Tag "Schau mir in die Augen, Kleines" mit Großkatzen und anderem Getier spiele, würde ich mich vermutlich nicht beschweren. Ich wäre "sogar" bereit, durch die Welt zu reisen und die Tiere in ihrem natürlichen Habitat zu dokumentieren, dann müsste ich meine Leser mit Bildern, auf denen Gitterstäbe und Zäune zu sehen sind, auch nicht mehr traurig stimmen. Ja, ich glaube, das wäre eine gute Lösung für alle Seiten. Willige Sponsoren vorgetreten ;)!

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Auf dem Florian - "Fee ist mein Name"

4) Ein frischer Wind auf dem Dortmunder Fernsehturm Florian am 19. Juli

Auch wenn man es rückblickend schon wieder ein wenig verdrängt hat: Sooo scheiße war der Sommer nun auch nicht. Ein bisschen scheiße, aber ein bisschen eben auch nicht ;)! Es war nämlich eine Zeitlang wirklich warm. Echt. So warm, dass es mir schon wieder zu warm war. Und dabei mag ich Sommer und (sehr) warm eigentlich sehr gerne. Allerdings bringt die MS bei mir (wie bei vielen Patienten) leider mit sich, dass ich bei großer Hitze empfindlicher reagiere, dass alte Symptome und auch die Fatigue verstärkt werden. Deswegen hänge ich dann häufiger in der Bude als ich mir das wünschen würde, aber ich stecke deswegen nicht den Kopf in den Sand, sondern genieße die Momente draußen doppelt und dreifach. An diesem Juli-Tag zum Beispiel bin ich bei 34° Celsius tagsüber lieber zuhause geblieben und habe nur ein paar Stündchen auf dem Balkon verbracht, der bei uns nach Norden zeigt und daher die meiste Zeit im Schatten liegt. Abends jedoch, als die Sonne schon fast untergegangen war, habe ich mir den Freund geschnappt und bin mit ihm zum Westfalenpark gelaufen, wo wir mit dem Aufzug auf den Florian, unseren Dortmunder Fernsehturm, gefahren sind und uns einfach nur ein wenig die Luft um die Nase haben wehen lassen. Warm war es da auch noch, aber gut erträglich. Ich habe mich da oben einfach auf den Boden gesetzt, die anderen Besucher, die das offenbar amüsant fanden, angelächelt und die halbe Stunde da oben einfach nur genossen. Es gibt auch aus der ganzen Woche nur dieses eine Foto und das habe ich ganz offensichtlich noch nicht mal selbstgemacht, sondern der Freund. Aber immerhin mit meiner Kamera. Es ist kein besonders tolles Bild (obwohl der Hintergrund was von Fürst-Pückler-Eis hat), aber es zeigt eine glückliche Fee. Und das zählt, oder?

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Wasseranbeter - "Fee ist mein Name"

5) Der Freund und das Meer am 28. Juli in Warnemünde

Kurz darauf ging es in unseren Sommerurlaub, der in Form der Hansetour daherkam. Und während ich das Meer nur angehimmelt habe, ließ der Freund es sich tatsächlich nicht nehmen, auch darin zu baden. Ich mein: Klar, es war immer noch sehr warm draußen, aber nachdem ich meinen Zeh in die Ostsee gesteckt und festgestellt hatte, dass die Temperatur die eines Whirlpool deutlich unterschreitet, war die Sache für mich gelaufen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich ja ohnehin eine unspezifische Angst vor "unbekannten Gewässern" habe und permanent fürchte von einem weißen Hai gefressen zu werden. Die gibt es ja in der Ostsee zuhauf, wie man weiß. Der Freund gab alles und beschwor das Meer 15°C an Temperatur zuzulegen und befahl allem Getier die Küste weiträumig zu meiden, aber das Einzige, was passierte, war, das die AIDA sich am Horizont immer weiter von uns entfernte. Und ich vermute, dass hätte sie ohnehin getan ;)!

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Molenhüpfer - "Fee ist mein Name"

6) Aufgespießt vom Leuchtfeuer in Travemünde am 30. Juli

Dass dieses Bild bei einigen Betrachtern ungeplant "zweideutige" Assoziationen hervorrufen würde, hätte ich mir ja denken können ;)! Oder sagen wir es mal so: Ich habe es mir sogar fast gedacht, als ich es als ausgewählt habe. Aber sei es drum. Es war im Moment der Aufnahme nicht beabsichtigt und selbst wenn da jemand "Ungehöriges" bei denkt (ja, Michael, du darfst dich angesprochen fühlen ;)), ist das ja schon fast wieder witzig. Ich mag vor allem die Fluchtlinien in diesem Bild und wie sie durch meine Beine ergänzt werden. Ganz symmetrisch ist das zwar alles nicht, aber dafür, dass es sich um einen Schnappschuss mit nur einem Versuch handelt, finde ich es sehr gelungen.

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Rudern im Westfalenpark - "Fee ist mein Name"

7) Der Freund beim Rudern über den See im Westfalenpark am 9. August

Auch hier mag ich die Linien im Bild, um genauer zu sein die Körperform des Freundes, die sich fast passgenau (ja, gut, ich sage ja "fast") an die Konturen des Bootes schmiegt und die ellenlang aussehenden Arme. Aber auch hier ist es eigentlich wieder eher der Moment, der für mich zählt. Gerade von der Hansetour zurück wollten wir das Urlaubsgefühl noch möglichst lange konservieren. Auch wenn das Wetter nicht so besonders war und der Tag schon weit fortgeschritten, sagte der Freund: "So, wir gehen jetzt in den Park und ich rudere dich über den See." Das wollten wir nämlich eigentlich kurz zuvor noch in Bremen gemacht haben, mussten es aber aus zeitlichen Gründen ausfallen lassen. Und die Nachholaktion wurde dann allen Widrigkeiten zum Trotz durchgesetzt. Der Bootsverleiher meint, es würde gleich gewittern?! Wir sind doch nicht aus Zucker... Man zahlt für eine halbe Stunde und es bleiben nur noch 20 Minuten? Was kost' die Welt...?! Eigentlich wollte er gerade deswegen Feierabend machen? Biiiiiiitttte... :)! Fazit: Manchmal entstehen die schönsten Erinnerungen aus ganz kleinen Momenten. Und auf die sollte man dann auch bestehen!

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Wildpark Bad Sassendorf mit meiner Mutter - "Fee ist mein Name"

8) Zusammen mit meiner Mutter im Wildpark Bad Sassendorf am 16. August

Schon wieder ein Foto, das ich ganz offensichtlich nicht selbst gemacht habe (denn ich bin drauf), aber ich habe es mit genauen Anweisungen so in Auftrag gegeben (Stell dich hier hin, so soll der Ausschnitt aussehen, ich will uns nur als Silhouetten sehen und jetzt bitte nicht mehr bewegen ;)). Leider war das Wetter schlecht, denn ein Sturm war im Anrollen und das Licht viel weniger existent als es auf dem Bild aussieht. Die Bildqualität ist daher eher mäßig, aber ich freue mich so sehr, wenn ich es ansehe, dass das alles wieder wettmacht. Meine Mutter war drei Wochen lang nach einer Knie-OP in der Reha und dieses Foto ist entstanden, als ich sie während ihres Aufenthalts besucht habe. Es war nur ein kurzer Moment, bevor wir wieder aufstehen mussten, weil uns die Bäume um die Ohren flogen, aber ich glaube, es drückt ganz gut aus, was ich in dem Moment gefühlt habe.

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Im Rahmen - "Fee ist mein Name"

9) Der Freund am Fenster des Dortmunder U am 24. August

Ihr glaubt vielleicht jetzt, dieses Bild habt Ihr hier schon mal gesehen, habt Ihr aber gar nicht. Zumindest nicht genau so. Möglicherweise habt Ihr die analoge Doppelbelichtung des Motivs gesehen, die für meine Lomo-Challenge entstanden ist. Tatsächlich ist dieses Foto hier aber der "Ursprung" des Ganzen. Völlig ungestellt und unbestellt stand der Freund von sich aus so malerisch am Fenster herum. Wenn das mal nicht: "Fotografier mich, fotografier mich" geschrien hat. Natürlich bewegte er sich im nächsten Moment, so dass das Lomo-Foto und auch ein entsprechendes Instagram-Motiv dann eher so entstanden sind: "Schaaaatz? Könntest du dich noch mal so ins Fenster stellen wie gerade? Ja, genau so. Ein bisschen weiter links. Nein, wieder ein Stück zurück. Jetzt. Warte, nicht bewegen. Ich muss das Foto noch mal machen. Und noch mal. Ja, jetzt bin ich fertig. Danke." Voll schnell und easy, wie immer. Alles im Rahmen eben.

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Sonnenuntergang in St. Peter-Ording - "Fee ist mein Name"

10) Phänomenaler Sonnenuntergang in St. Peter-Ording am 31. August

Ab und zu darf es aber auch mal ein "Klassiker" sein. Zumindest dann, wenn der Himmel "drohende Apokalypse" spielt und alle Farben aus dem Spektrum des Höllenfeuer-Tuschkastens auspackt. St. Peter-Ording verwöhnte uns gleich am ersten Abend unseres Aufenthalts mit diesem Naturschauspiel und wir können von Glück reden, dass die Welt nicht wirklich untergegangen ist, denn sonst hätten wir drei echt schöne Tage verpasst. Und des Rest unseres Lebens.

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Alienentführung - "Fee ist mein Name"

11) Entführung durch Aliens am Stand von St. Peter Ording am 3. September

Der einen Katastrophe knapp entkommen, schlitterten wir gleich in die nächste. Am letzten Abend unseres Aufenthalts wurden wir nämlich von Außerirdischen entführt. Gott sei Dank haben wir das Schauspiel fotografiert, ansonsten hätte es uns ja hinterher doch keiner geglaubt. Es ist zwar nicht ganz so schlimm, wie immer alle sagen und die vielen Experimente haben auch nicht wirklich weh getan, aber die richtigen Spätfolgen kann man eben auch noch nicht absehen. Davon abgesehen hätte ich mir die Lichtspielerei-Langzeitbelichtungen mit den Lomokameras für die "Nachts sind alle Katzen grau"-Challenge exakt so vorgestellt, wenn sie denn funktioniert hätten :)!

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: Ballonglühen Montgolfiade Warstein - "Fee ist mein Name"

12) Ballonglühen bei der Montgolfiade in Warstein am 13. September

Vorletzte Woche verschlug es mich mal wieder anlässlich der jährlichen Montgolfiade nach Warstein ins benachbarte Sauerland. Heißluftballons in jeglicher Form sind ja ein dankbares Fotomotiv per se. Zumindest wenn man Heißluftballons schön findet. Und wer findet Heißluftballons nicht schön? Dieser Nachmittag allerdings meinte es nicht gut mit uns und der Himmel war eine einzige graue Suppe. Dabei schien in Dortmund bei unserer Abreise noch die Sonne. Jedenfalls sind selbst die schönsten Heißluftballons vor suppiger Brühe nur noch halb so schick und ich war schon kurz davor Petrus eine fristlose Kündigung zu schicken. Er ist dann aber gerade noch mal mit einem blauen Auge und einer Verwarnung davongekommen, denn das Ballonglühen nach Einbruch der Dunkelheit machte seine Versäumnisse wieder wett. Und ich meine, wenn das mal nicht eine elitäre Zusammenstellung an Ballonsponsoren ist: Kinder-Schokolade, Bockwürste und Echte Dortmunder Liebe <3.

"Foto der Woche" - das dritte Quartal ist um: gemeine Feuerwanze - "Fee ist mein Name"

13) Eine gemeine Feuerwanze am 17. September in Dortmund

Ich finde ja, dass Feuerwanzen (die ich bis letzte Woche frevelhafter Weise für Käfer gehalten habe, was sie in meinen Augen durchaus sympathischer hätte erscheinen lassen, aber was solls, die armen Viecher haben sich ihren Namen ja auch nicht ausgesucht) oder besser ihre Panzer ein bisschen aussehen wie Totenköpfe. Das wiederum könnte man gruselig finden, tue ich aber nicht. Ich finds cool. Man stelle sich an dieser Stelle daher vor, wie ich in einem Vorgarten in unserer Nachbarschaft rumkrieche (ständig auf der Hut, ob jemand das Haus verlässt), nur weil sich die Teile dort in Horden auf einem verblühten Lavendelstrauch niedergelassen haben. Linde, Hibiscus oder Malve, die die Dinger wohl bevorzugt aussaugen, waren scheinbar aus. Tja, im Forbst wird man als Feuerwanze offensichtlich auch weniger wählerisch. Und nur um das Ganze zu einem Abschluss zu bringen, hier noch mein Lieblingssatz aus dem Wikipedia-Artikel zu Feuerwanzen: "Der Spermatheca der Männchen fehlt der distale Pumpenflansch." Haben wir also auch noch was gelernt. Amen ;)!

Sonntag, 28. September 2014

Ihr reist mit mir jetzt übersichtlicher...

Ich habe es letzte Woche schon auf Facebook kundgetan und auch auf Twitter habe ich die frohe Botschaft verkündet. Nun sollen auch alle von Euch, die mir auf diesen Kanälen nicht folgen, von der frohen Botschaft erfahren: Meine Reise-Kategorie hat endlich eine eigene Übersichtsseite. 

Das Ganze hat mich einige Tage und Stunden und ein paar graue Haare gekostet, aber nun ist alles fertig und hoffentlich so ansprechend geworden, dass Ihr Lust verspürt, ein wenig in meinen Travel Posts zu stöbern. Ihr erreicht die Seite über das entsprechende Icon in der rechten Spalte und ich muss jetzt nur dran denken, meine neuen Posts zukünftig auch immer zu verlinken ;)!

Und ich muss hauptberuflicher Reisender werden, damit auch immer neue Ziele hinzukommen. Meine Bucket-List ist jedenfalls noch lang. Sehr lang. Damit könnte ich mich schon bis ans Ende meiner Tage beschäftigen. In diesem Sinne: Herr, lass einen Lottogewinn vom Himmel fallen...

Meine neue Reise-Seite - "Fee ist mein Name"

Freitag, 26. September 2014

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz"

Fünf Wochen ist es nun schon wieder her, dass ich Euch den letzten Gastblogger der "Glück ist..."-Reihe präsentiert habe. Höchste Zeit, mal wieder etwas Schwung in die Bude zu bringen. Über meinen heutigen Gast freue ich mich besonders, denn während alle anderen mehr oder weniger aus dem Dunstkreis der Lifestyleblogger stammten, von denen sich viele ja auch irgendwie kennen, besetzt Conny von "Lomoherz" mit ihrem Blog eine ganz andere Nische: Sie bloggt ausschließlich über Lomography, analoge Fotos und in analogen Fotos dokumentierte Reisen. Und ich denke, dass bisher nur die wenigsten von Euch ihren Blog kennen dürften. Das sollte sich aber ändern ;)!

Denn ich glaube, dass Connys Blog nicht nur für diejenigen von Euch interessant sein dürfte, die selbst analog fotografieren. Analoge Fotos transportieren ja (vor allem) auch ein Gefühl und die von Conny ganz besonders. Ich bin jedenfalls häufig schwer verliebt in ihre Aufnahmen und wünschte mir, ich hätte sie selbst gemacht (Reminder an mich selbst: Wieder damit anfangen, immer eine Lomo-Kamera dabei zu haben). Also: Geht mit Ihr auf analoge Reisen, nah oder fern, und seht die Welt durch ihre Augen. Es lohnt sich. Und worüber ich mich auch ganz besonders freue, ist dass Conny diesen Beitrag dafür nutzt, über etwas zu sprechen, dass sie online so noch nie erwähnt hat. Ich sehe das als einen großen Vertrauensbeweis. In mich und in Euch. Und ich kann so gut nachfühlen, was sie meint. Ihr werdet wissen, wovon ich spreche, wenn Ihr es lest. In diesem Sinne: Ganz herzlich willkommen, liebe Conny, schön dass du da bist :)!

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Moinmoin, ich bin Conny, und ich habe ein Lomoherz.
Mein Glück: den ganzen lieben langen Tag zu lomographieren.

Da Fee selbst schon viele tolle Lomo-Blogposts geschrieben hat, brauche ich gar nicht mehr viel darüber erzählen. Mein Glück ist einfach, dass ich vor über zehn Jahren zufällig auf diese Kunst gestoßen bin und mittlerweile völlig in ihr aufgehe. Damals verlor ich immer mehr die Lust an meiner alten Liebe, der digitalen Fotografie, und fand in der Lomography neue Lust und Inspiration. Eine Zeitlang bin ich sogar (foto)fremdgegangen.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

An der Lomography selbst faszinieren mich ganz viele Dinge, vor allem aber, dass sie zu den analogen Künsten gehört, was einen immens wichtigen Ausgleich zu meinem Online-Alltag schafft. Wenn ich lomographiere, bin ich komplett offline und das fühlt sich fast ein bisschen wie Luxus an in einer Zeit, in der wir morgens – meist noch im Bett – als allererstes unsere E-Mails checken. Dazu kommt, dass analoge Fotografien für mich eine ganz besondere Qualität, Textur und Authentizität haben - und andere Gefühle in mir auslösen.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Und die Lomography? Mit ihr kann ich tun und lassen, was ich will – ungeachtet der vielen Stil- und Techniklehren der Fotografie (egal ob analog oder digital) denn: Es geht nicht um das perfekte Bild im klassischen Sinne. Hier rebelliert die Lomography (und ich) gegen das glattretuschierte, nur noch in Photoshop realisierbare, "ideale" Bild. In der Lomography liebt man die charakteristischen Farbverschiebungen, wenn man einen Film crosst, die handgemachten Doppelbelichtungen und das Spiel mit Lightleaks, Filtern und Unschärfe. Und lässt nach der Entwicklung alles wie es ist; keine Filter, keine Farbregler. Die Lomography genießt noch echte künstlerische Freiheit :)...

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

An der Lomography liebe ich die schier unendlichen Möglichkeiten, die intensiven Farben und die Freiheit, alle Regeln in den Wind schießen zu können und am Ende trotzdem Bilder in der Hand zu halten, die auf ihre Art einzigartig sind, weil es sie einfach kein zweites Mal geben wird – weil ich sie selbst kein zweites Mal machen könnte.

Und das Schönste: Irgendwann entdeckt man tatsächlich die Vollkommenheit in der Unvollkommenheit. Ich glaube, das ist die eigentliche Botschaft und das Glück der Lomography – hier ist nichts perfekt, aber ihre vermeintlichen "Fehler" machen diese Kunst vollkommen.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

In der Lomography gibt es keine Konventionen, keine Definitionen von normal und unnormal, kein perfekt und "anders-sein" ist hier erwünscht. Bilder und Techniken werden für das genommen was sie sind – offen und neugierig, frei von Vorurteilen.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Und ich glaube, das ist der Grund, warum ich mich mit der Lomography so gut identifizieren kann.
Ich habe eine Behinderung, die mich in meiner Beweglichkeit mal mehr, mal weniger einschränkt. Das ist das erste Mal, dass ich in einem Blog darüber schreibe, aber Fees Post über MS hat mir Mut gemacht. Mein Blog und die Lomography sind in dieser Hinsicht also Hobby und Herausforderung gleichzeitig, ohne sie hätte ich vielleicht gar keine Lust oder Kraft mehr, neue Orte und Länder zu entdecken, wer weiß? Aber diese zwei Hobbies – lomographieren und bloggen – treten mir in den Hintern, geben mir Motivation und immer wieder neue Abenteuer, die ich sonst vielleicht als zu anstrengend oder unmöglich abgetan hätte. So seltsam es klingt – sie geben mir Halt und das Versprechen, ein ganz normales Leben führen zu können.

Genau wie meine Familie und Freunde, die mögen mich auch so wie ich bin, mit allen Marotten und Hinken. Das ist auch so ein Glück.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Glück ist für mich auch, am Meer zu wohnen. Ein Privileg, das ich als Kind natürlich überhaupt nicht zu schätzen wusste. Aber inzwischen möchte ich hier nicht mehr weg. Mein Herz schlägt nicht nur analog, es kocht auch noch mit Salzwasser (oder Brackwasser? Egal.).

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Glück ist für mich, reisen zu dürfen. Ich bin in einem Staat geboren, den es nicht mehr gibt. Und auch wenn mir die großartigen Geschichten meines Vaters immer noch in den Ohren klingen – wie er sein Reisegepäck in den Straßen von Budapest verkaufte, nur um noch ein bisschen länger dort bleiben zu können – hätten mir meine Reisen gen Westen ganz sicher gefehlt: USA, England, Dänemark, Malta – insgesamt fünf Jahre habe ich an diesem und jenem Ort verbracht.

Wenn ihr dort seid, haltet Ausschau nach meiner Uhr, meinem Lieblingspulli und ein paar Herzsplittern, die ich dort gelassen habe.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Glück ist für mich meine kleine Fine. Sie ist Ende Dezember bei mir eingezogen, nachdem sie fünf Jahre in einer kleinen Einraumwohnung mit vier anderen Tieren verbringen musste. Seitdem erzählt sie mir Geschichten, legt im Schlaf ihre Pfote an meine und beschwert sich, wenn ich ohne sie duschen gehe.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Glück ist für mich mit dem Rad zur Arbeit zu fahren – ein paar Straßen Kopfsteinpflaster, einmal um den Kirchturm herum und dann quer über den Markt. Keine Ampeln, kein Stau, kein Stress. Wenn ich im Sommer im Kleidchen zur Arbeit fahre, komme ich mir manchmal sehr südländisch vor und würde der Floristin, die gerade Blumen vor ihren Laden stellt  und dem Pärchen, das sich jeden Morgen leidenschaftlich voneinander verabschiedet, am liebsten etwas auf Italienisch zurufen.

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Glück ist für mich die Tagträumerei. Setzt mich irgendwo an ein Fenster und ihr könnt mich mit ruhigem Gewissen nach Sonnenuntergang dort wieder abholen. Meine Gedanken und Ideen sind mein Småland – in meinem Kopf schwirren Hunderte von Projekten und meine Löffelliste hat sich in diesem Jahr spontan verdreifacht. Irgendwann möchte ich mich als Webkonzepterin selbständig machen und nebenbei reisen und lachen und euch die schönsten Plätze in Lomo zeigen… Momentan suche ich übrigens noch Probanden für die Erweiterung meines Portfolios – Freiwillige vor!

"Glück ist..." mit Conny von "Lomoherz" - Gastpost auf "Fee ist mein Name", alle Fotorechte liegen bei "Lomoherz"

Glück ist für mich mein Blog Lomoherz, der nur durch Zufall entstanden ist und mir schon so viele irre Momente und tolle Freundschaften beschert hat. Er verbindet meine Liebe zur analogen Lo-Fi Fotografie – der Lomography – mit meinem ungebrochenen Fernweh. Inzwischen entdecke ich wieder gerne neue Orte, in meinem eigenen Tempo. Und da ich nie ohne Lomo-Kamera aus dem Haus gehe, lassen sich diese beiden Themen wunderbar miteinander verbinden. Es gibt noch so viele Geschichten zu erzählen, so viele Bilder zu teilen und auch Emotionen.

Dass meine Leser so unterschiedlich sind, mich aber gleichzeitig gleichstark anfeuern, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Und sie sind Grund und Energie und Motivation genug, mit Lomoherz weiterzumachen.

Lieben Dank dafür, dieses Glück nehm‘ ich mir zu Herzen…
Eure Conny Lomo ♥

P.S: Alle Bilder wurden mit verschiedenen analogen Kameras und Filmen aufgenommen. Falls ihr Fragen oder Gedanken dazu habt, könnt ihr sie gerne mit mir teilen!