Dienstag, 3. März 2015

Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – ein Gastpost für "Dortmund überrascht. Dich"

Dortmund hat nicht das allerbeste Image. Wenn mich jemand fragt, wo ich herkomme, ernte ich nicht selten mitleidsvolle Blicke, gefolgt von einem bedeutungsschweren "Oooohhh, ok". Und das immer von Leuten, die noch nie hier waren. Klar, wir haben keine malerische Altstadt und der Dortmund-Tatort (so geil ich ihn finde) hat auch nicht gerade dazu beigetragen, das Bild der Stadt abseits von Naziproblemen zu beleuchten (oder zumindest wird dieser Teil gerne übersehen), aber trotzdem (oder auch gerade deswegen) werde ich nicht müde zu betonen, dass ich meine Heimat liebe.

Daher freue ich mich sehr, als Blogger Teil der neuen Dortmunder Imagekampagne "Dortmund überrascht. Dich" zu sein und alle acht Wochen einen Post für die dazugehörige Website beizusteuern. Und ich gebe zu: Die hat mich wirklich überrascht. Positiv. Denn so sehr ich Dortmund-Fan bin, das mit der Eigenvermarktung lief meiner Meinung nach bisher nur so semioptimal. Und deswegen poste ich meine Beiträge auch zusätzlich noch hier, denn wer auf "Dortmund überrascht. Dich" geht, zeigt zumindest schon ein grundlegendes Interesse an der Stadt. Hier hingegen sammeln sich Leser aus ganz Deutschland und noch darüber hinaus. Und die müssen schließlich auch überzeugt werden. Und wie ginge das besser als mit Sonnenuntergängen ;)?!
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Es soll ja Leute geben, die immer noch davon überrascht sind, dass wir hier im Pott nicht (mehr) unter einer beständigen Smogwolke und zentimeterdichten Ascheschicht leben. An die Zeiten, in denen der Himmel über Hörde vor allem vom Hoesch-Abstich bunt gefärbt wurde, kann ich mich zwar auch noch erinnern, aber – echt wahr – das ist Geschichte und heute steht hier zwar immer noch viel Industrie rum, aber vieles davon nur noch in kulturhistorischer Funktion.

In Dortmund scheint die Sonne, genauso wie überall anders auch, lässt viel Grün wachsen – ja, echt wahr – und das Beste: Genau wie überall anders auch, taucht sie die Stadt abends in wunderschöne Sonnenuntergänge. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass unsere Pott-Sonnenuntergänge etwas ganz Besonderes sind. Besonders farbig, besonders intensiv, besonders schön. Vielleicht glaubt die Sonne ja auch, dass wir hier etwas aufzuholen haben…

So oder so, man nimmt, was man kriegt (und das am besten mit vollen Händen). Und weil ich mein Glück gerne teile (hier in Form von schönen Sonnenuntergängen), verrate ich mit Freude meine liebsten Sonnenuntergangsspots der Stadt. Wer weiß, vielleicht sieht man sich ja demnächst mal – es ist genug Sonne für alle da.

1. Ein Abendspaziergang am Phoenix-See

Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Phoenixsee Dortmund - "Fee ist mein Name"
Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Phoenixsee Dortmund - "Fee ist mein Name"

Zu einem meiner Lieblingsorte in Dortmund hat sich in den letzten Jahren der Phoenix-See gemausert. Ich weiß, es gibt viele Leute, die rummosern – zu eng bebaut, überhaupt zu viele Baustellen, lärmende Jugendliche und haste nicht gesehen – aber solche Leute finden wahrscheinlich auch Katzenbabys doof. Allen kann man es sowieso nie recht machen. Wer jahrelang mit Blick auf Hoesch und später auf die Brache gelebt hat, kann angesichts des Ergebnisses nur begeistert jubilieren. Auch ich war anfangs skeptisch, aber mittlerweile finde ich es total super, nach einem langen Tag am Phoenix-See spazieren zu gehen. Und eben am liebsten im Sonnenuntergang. Am schönsten ist er vom "Landschaftsbauwerk" am östlichen Ufer aus oder (noch besser) vom hinteren Steg aus besehen – da hat man die volle "Skyline" mit Florianturm, Hörder Burg und Kirchen im Blick. Und ja, ein paar Baukräne stehen da auch rum. Aber vor einem glühenden Abendhimmel sehen die echt schick aus (und wer was anderes behauptet, der lügt). 

2. Ein Ausflug zum Deusenberg

Ein typisches Ruhrpottding sind ja die Halden. Üblicherweise sind das Abraumhalden, entstanden aus überschüssigem, angehäuftem Material beim Abbau von Bergwerksrohstoffen. Davon gibt es hier in der Umgebung so einige und Sonnenuntergänge lassen sich logischerweise immer besonders gut von etwas weiter oben betrachten. Aber immer nur Abraum wäre ja etwas langweilig und "Berge" kann man nie genug haben, daher gibt es in Dortmund außerdem noch den Deusenberg.

Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Deusenberg Dortmund - "Fee ist mein Name"
Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Deusenberg Dortmund - "Fee ist mein Name"

Und der Deusenberg besteht aus Müll. Klingt irgendwie bekloppt, ist aber gar nicht so dumm. Eine ehemalige Müllhalde wurde mit einer Isolierschicht überzogen und bepflanzt und dient heute nicht nur als Spazierweg für Anwohner, sondern zieht auch besonders Mountainbiker an, die dort oben auf extra angelegten Trails trainieren und (das Allerbeste) sonnenuntergangshungrigen Fotografen als Motiv dienen. Und wem das nicht reicht: Man hat von hier oben eine 1A-Sicht auf das Stadtzentrum und kann sich die benachbarte Kokerei Hansa von oben ansehen. Und mit etwas Glück segelt auch noch ein Paraglider in den Sonnenuntergang. Was will man mehr?

3. Der Klassiker: Die Aussicht vom Florian

Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Florian im Westfalenpark Dortmund - "Fee ist mein Name"
Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Florian im Westfalenpark Dortmund - "Fee ist mein Name"

Hallo? Eine Stadt, die ihrem Fernsehturm einen Namen gibt? Hier kann es ja wohl nur toll sein, oder? Ich persönlich betrachte den Westfalenpark ja als meinen erweiterten Vorgarten und mit Jahreskarte kann ich auch so häufig auf den Florian hochfahren, wie ich lustig bin. Und im Sommer bei schönem Wetter kommt das schon mal häufiger vor. Hier gibt es zwar keine "malerische Industrie"“ (und das meine ich völlig unironisch, Ihr werdet noch sehen) oder engagierte Sportler, die sich als Scherenschnittmotive vor der untergehenden Sonne eignen, aber dafür hat man von hier aus definitiv die beste Sicht auf ganz Dortmund. Da kann man sich dann auch mit eigenen Augen davon überzeugen, dass das mit "eine der grünsten Großstädte Europas" nicht gelogen ist…

4. Ex-Stahlwerk meines Herzens – ein Sonnenuntergang vor Phoenix West

Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Phoenix West Dortmund - "Fee ist mein Name"
Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Phoenix West Dortmund - "Fee ist mein Name"

Ich bin in Hörde aufgewachsen und die Kulisse von Phoenix West löst in mir absurd-liebevolle Heimatgefühle aus. Das können andere vielleicht nicht nachvollziehen, aber ich finde das Ex-Stahlwerk unfassbar gut. Und deswegen bin ich auch ständig dort (zumindest wenn ich nicht im Westfalenpark oder am Phoenix-See bin). Und ich scheue mich nicht, meine Liebe immer wieder zu bekunden. Und wenn etwas schon im Normalfall mein Herz zum Pochen bringt, gilt das im Sonnenuntergang doppelt. Besonders gut für einen abendlichen Spaziergang eignet sich auch der Fußweg bis zum Rombergpark – und zwar nicht nur für Sprungfotos vor "Gestrüpp"-Kulisse…

5. Schaukeln in den Sonnenuntergang an der Zeche Gneisenau

Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Zeche Gneisenau Dortmund - "Fee ist mein Name"
Die schönsten Dortmunder Sonnenuntergangsspots – Zeche Gneisenau Dortmund - "Fee ist mein Name"

Schaukeln, Sonnenuntergang und Industriekulisse – kann es noch besser werden? Nicht in meiner Welt. Neben der Zeche Gneisenau in Dortmund-Derne, die an sich schon sehr sehenswert ist, wenn man ein Herz für Zechenarchitektur mitbringt, steht ebenfalls ein "Landschaftsbauwerk" und obendrauf steht eine Schaukel. Eine Schaukel mit grandioser Sicht. Mit dem Licht im Rücken schaukelt man mit Blick auf die in warmes Orange getauchte Zeche, dreht man sich um sieht man erst mal Weite und dann ganz entfernt den kleinen Florian im Abendlicht. So schön.

Alle, die nach dieser 1A-Beweisführung weiter behaupten, bei uns wäre es grau und trist, gehören psychiatrisch untersucht. Bei uns scheint die Sonne und zwar nicht nur aus dem Arsch. Echt wahr!

Montag, 2. März 2015

Fees Herz tanzt - "My favorite ten" für "Nikes Herz tanzt"

Nike von "Nikes Herz tanzt" und ich, wir verstehen uns. Nicht nur, aber vor allem auch auf musikalischer Ebene. Und daher habe ich mich sehr gefreut, als sie mich vor einiger Zeit für ihre neue Reihe "My favorite ten" angefragt hat, in der Blogger zehn Lieblingslieder verraten. Das müssen nicht die zehn Alltime-Favorites sein, zehn Favoriten einer bestimmten Kategorie reichen schon völlig aus. Aber selbst das hat mich vor massive Schwierigkeiten gestellt, denn einerseits tue ich mich unheimlich schwer mit allem, was ein "Lieblings-" vorangestellt hat, und andererseits ist das mit der Musik und mir ohnehin eine ganz spezielle Beziehung. Aber lest selbst. Und im Anschluss schaut unbedingt mal bei Nike vorbei. Das lohnt sich. Nicht nur in musikalischer Hinsicht...
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Musik und ich, das ist eine komische Geschichte. Ich liebe Musik, sie macht Dinge mit mir, aber gleichzeitig kann ich meistens gar nicht benennen, was das genau ist. Meine Benennungsproblematik geht sogar so weit, dass ich häufig nicht mal weiß, wie der Künstler eigentlich heißt, geschweige denn der Songtitel, und das selbst von Alben, die ich gekauft habe, die ich also aktiv ausgewählt habe, weil mir die Musik gut gefällt. Das hat nichts mit Wertschätzung zu tun, sondern einfach damit, dass der Künstler für mich oft hinter seiner Musik verschwindet, dass das reine Gefühl, das die Töne und Worte in mir erzeugen, im Mittelpunkt steht.

Fees Herz tanzt - "My favorite ten" für "Nikes Herz tanzt" - "Fee ist mein Name"

Die wenigsten Songs sind für mich, anders als bei vielen anderen Menschen, vordringlich erinnerungsbehaftet. Ich verbinde fast nie konkrete Situationen (bis auf Konzerte) mit den Stücken, viel mehr Stimmungen. Und auch die häufig nur eher diffus. Ich glaube, das ist auch mit ein Grund dafür, warum deutsche Musik in meinem Leben so gut wie keine Rolle spielt. Bei deutscher Musik drängen die Worte zu sehr in den Vordergrund, so schön ich sie vielleicht finden mag, sie "übertönen" die Klänge. Das tiefe Gefühl, das eine Mischung aus Musik und Text erzeugen kann, funktioniert für mich bei deutscher Musik einfach nicht. Ich verstehe natürlich auch englische Texte, zumindest die meisten, aber da kann ich den reinen Inhalt etwas besser zurückstellen. Womit ich nicht sagen will, dass er keine Rolle spielt. Aber eben nicht die einzige…

Lieblingslieder oder etwas in der Art habe ich so gut wie gar keine. Ich könnte aus dem Stegreif nur zwei Lieder nennen, die für mich wirklich eine tiefere Bedeutung haben. Eins davon kommt auch in meiner Playlist vor, das andere nicht. Wieso und welche das sind, das spielt eigentlich aber auch gar keine Rolle. Relevant ist immer nur die Emotion, die ein Song in mir auslöst. Oder dass er überhaupt eine Emotion auslöst. Meine Playlist habe ich daher auch ganz banal "Fees Herz tanzt" betitelt – das ist natürlich einerseits an Nikes Blognamen angelehnt, andererseits sind es eben Lieder, die genau das tun: Mein Herz zum Tanzen bringen und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Das klingt kitschig, aber sie rühren etwas in mir an, sie vibrieren in meiner Brust, sie sind Instant-Gefühls-Auslöser. Sie mögen nicht "wichtig" in irgendeiner Art und Weise sein, aber vielleicht sind sie es gerade durch diesen Umstand doch. Wenn auch nur für mich. Und auch wenn selbst ich es manchmal gar nicht richtig nachvollziehen kann. Aber Gefühle muss man auch nicht immer verstehen...

Fees Herz tanzt - "My favorite ten" für "Nikes Herz tanzt" - "Fee ist mein Name"

Ich kann daher mehrheitlich auch gar nicht sagen, warum ich genau diese Lieder ausgewählt habe und andere nicht, die ich auch sehr schön finde. Ich weiß nur, dass sie mich glücklich machen. Und zwar schon seit längerer Zeit. Es sind keine musikalischen One-Night-Stands, es sind dauerhaftere Beziehungen, bei denen sich das Gefühl schon gesetzt hat. Und auch wenn Gefühle etwas sehr Persönliches sind, hoffe ich, mit dieser Liste vielleicht auch den einen oder anderen von Euch glücklich zu machen. Ihr müsst das auch nicht erklären können :)!

Die Playlist könnt Ihr Euch auf Spotify anhören, wenn Ihr mögt. Und Euch vielleicht Künstlernamen und Songtitel merken. Ich habe sie auch im Kopf. Und das will etwas heißen…

Samstag, 28. Februar 2015

Samstag ist Markt(zeit)tag

Letzte Woche um diese Zeit war ich in Hamburg. Es ist schon praktisch, dass der Freund eine so große Familie hat und sich die Geschwister in besuchenswürdigen Locations niedergelassen haben. Die Schwester wohnte erst in Chicago und mittlerweile in London und der mittlere Bruder ist letztes Jahr eben in die Hansestadt an der Elbe gezogen. Läuft. Jetzt müssen wir nur noch seinen jüngsten Bruder und meine Schwester umsiedeln und die Weltbeherrschungsmaschinerie ist in vollem Gange. Aber ich schweife ab. Letztes Wochenende also Hamburg. Ein Geburtstag wollte gefeiert werden und da fährt man natürlich nicht nur für ein paar Stunden hoch, sondern nutzt die Gelegenheit, immer noch ein bisschen mehr von der Stadt kennenzulernen, die ich mir durchaus auch als eigenes Zweitdomizil vorstellen könnte. Nun war das Wetter leider nicht mit uns und der Samstag verregnet, was ich so nicht gebucht hatte, aber Petrus war über WhatsApp nicht zu erreichen, und so mussten wir schauen, was sich spontan an Schlechtwetteraktivitäten so anbietet...

"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"
"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"
"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"

Letztes Jahr während unseres Hansetrips hatte sich Instagram (und seine engagierten Nutzer) bereits als 1A-Reiseführer etabliert und so musste ich auch dieses Mal nur einmal kurz in die Runde fragen und wurde direkt mit so vielen tollen Tipps überhäuft, dass wir auch noch für die nächsten fünf Aufenthalte prima versorgt sind. Dieses Mal sollte es etwas Entspanntes sein, etwas Überschaubares, etwas wo man auch ohne Eintritt zu bezahlen überdacht ein wenig Zeit totschlagen kann und am besten auch noch ein wenig inspiriert wird. Und mal ehrlich, was gibt es Inspirierenderes als leckeres Essen ;)? So landeten wir, gelockt von @jennipenni79, ohne große Diskussionen in der Fabrik in Ottensen, wo jeden Samstag von 9:30 Uhr bis 15 Uhr die "Marktzeit" stattfindet eine Veranstaltung die sich selbst als "erster Nachbarschafts-Markt unserer schönen Hansestadt" bezeichnet und wo es nicht nur typische Marktwaren, wie Obst und Gemüse oder Käse zu kaufen gibt, sondern auch alle möglichen anderen (regionalen und/oder nachhaltig produzierten) Leckereien zum Mitnehmen oder vor Ort Verspeisen. Außerdem gibt es ein paar Stände mit Design von lokalen Künstlern und mit etwas Glück auch noch Live-Musik. Spitzenkombi, oder nicht?!

"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"
"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"
"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"

Nun war es vielleicht nur so mäßig geschickt, dass wir gerade üppigst gefrühstückt hatten, als wir in Ottensen aufschlugen, andererseits musste unser Geldbeutel so nicht noch mehr leiden, als ohnehin schon. Nicht, dass hier alles so teuer ist, vielmehr will man einfach ALLES probieren und mitnehmen. Wir schlürften einen frischgepressten Smoothie und duftenden Kaffee, testeten und kauften fruchtigen Tee von "T Bar", cremigsten Honig von "Elbbiene", außergewöhnliche Marmeladen bei "Frau Frucht & Herr Gemüse" und nicht zuletzt die nussig-würzigen Brotaufstriche von "Brandgut".

Ich möchte mich an dieser Stelle als newly addicted to "Peacetazie", einer süß-salzigen Pistaziencreme, outen. Das Zeug ist der Hammer. Ich schmiere es mir, getrieben von existentiellen Verlustängsten, immer nur ganz dünn aufs Brot und trotzdem ist das Glas schon fast halb leer. Oder nein, anders: Noch ist es mehr als halb voll ;)! Aber dieser Zustand wird nicht mehr lange anhalten und dann muss ich mich einer Entziehungskur unterziehen. Oder noch besser: Ich werde Stammkunde bei "Unterhaltung" in Dortmund, die das Zeug scheinbar vertreiben, wie ich gerade unter einem Anfall hysterischen Kicherns feststellen durfte. Meine Abhängigkeit wird also auch noch unterstützt. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt grandios oder grandios tragisch finden soll ;)!

"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"
"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"
"Marktzeit" in der Fabrik in Hamburg-Ottensen - "Fee ist mein Name"

Auf der Strecke blieben so viele Köstlichkeiten, dass ich gar nicht in der Lage bin, sie alle namentlich zu benennen. Würzig-lecker duftende Käsespieße, kreative Popcornsorten, roher Schinken, deftige Wildsalami, verführerisches Eis, verlockende Burger, indische Spezialitäten, Sandwiches, bei denen einem nur bei den Namen schon das Wasser im Mund zusammenläuft, knusprige Flammkuchen, lokal gebrautes Craft Beer, Scharfes aus Mexiko, französische Pâtisserie und und und...

Und von den kreativen Ständen habe ich jetzt erst gar nicht angefangen. Die Tatsache, dass ich nur Essen fotografiert und gekauft habe und dass es auch der kulinarische Teil der Veranstaltung ist, der mir maßgeblich in Erinnerung geblieben ist, sagt zwar einerseits etwas über den Schwerpunkt des Marktes aus, aber vor allem über meinen eigenen. Ich bin scheinbar deutlich eher bereit, meine sparsamen Geldmittel für lukullische Verbrauchsgüter auf den Kopf zu hauen, als für dauerhaft Bleibendes. Und das hat ganz eindeutig nichts mit der künstlerischen Qualität des Angebots zu tun. Das hat was mit mir zu tun. Kann man sicher tiefenpsychologisch ganz toll deuten ;)! 

Fakt ist aber auf jeden Fall: Ein Marktzeit-Besuch lohnt sich. Am besten mit leerem Magen und vollem Geldbeutel. Und sagt hinterher nicht, ich hätte Euch bezüglich der Pistaziencreme nicht gewarnt...